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[Bildunterschrift: Eine Ägypterin auf dem Weg zur Stimmabgabe: Im Hintergrund steht auf arabisch: "Wissen ist Licht". ]
Das offizielle Endergebnis der ersten freien Wahl in Ägypten steht fest: Die islamistischen Parteien sicherten sich zusammen mehr als zwei Drittel der Parlamentssitze im neuen Abgeordnetenhaus. Ein Jahr nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak sind sie es nun, die den Ton angeben. Stärkste politische Kraft sind die Muslimbrüder. Die Partei "Freiheit und Gerechtigkeit", die aus der Muslimbruderschaft hervorging, konnte 47,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Künftig ist sie mit 235 von insgesamt 489 Sitzen im Parlament vertreten.
Auf die radikal-islamische "Nur"-Partei aus dem Lager der Salafisten entfielen 24,6 Prozent der Stimmen und damit 123 der insgesamt 489 Sitze. Ihr Erfolg ist die größte Überraschung bei der Parlamentswahl. Anhänger der Partei waren im Wahlkampf immer wieder mit Ankündigungen aufgefallen, Alkohol und Bikinis in den Badeorten am Roten Meer verbieten zu wollen.
Die traditionsreiche liberale Wafd-Partei belegt mit neun Prozent der Stimmen laut Wahlkommission den dritten Platz und sicherte sich 36 Sitze, gefolgt von der neuen liberalen "Ägyptischen Allianz" von Multimillionär Naguib Sawiris mit 33 Sitzen. Die Revolutionsjugend, die am 25. Januar 2011 die Massenproteste gegen Mubarak initiiert hatte und damit seinen Sturz herbeigeführt hatte, spielt dagegen im neuen Parlament mit nur sieben Mandaten kaum ein Rolle.
Die Muslimbrüder bezeichnen sich selbst als als "moderat islamisch", eine klare Trennung von Staat und Religion lehnen sie aber ab. Sie können jetzt durch die Wahl eines säkularen oder radikal-islamistischen Koalitionspartners die politische Zukunft des Landes bestimmen. Wie religiös das Land also in Zukunft wird, hängt von den künftigen Bündnissen ab. Als wahrscheinlich gilt, dass Ägypten einen härteren Kurs gegen Israel einschlägt als zu Zeiten Mubaraks.
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