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Der Iran hat mit einer Blockade der Öltransporte im Persischen Golf gedroht, um weitere Sanktionen zu verhindern. Doch die USA stellten klar, dass sie keine Störung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus hinnehmen wollen. Das Säbelrasseln beider Seiten birgt große Gefahren.
Von Anna Engelke, ARD Washington
[Bildunterschrift: "Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus werden nicht hingenommen", sagt Pentagon-Sprecher Little. ]
Die Warnung des Pentagon-Sprechers George Little ist klar und unmissverständlich: "Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus werden nicht hingenommen." Wer den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge stören könnte, ist klar: der Iran.
Gestern hatte Teheran bereits zum zweiten Mal gedroht, die Wasserstraße zu sperren, sollte es wegen des iranischen Atomprogramms zu weiteren Sanktionen kommen. Die USA, Deutschland und andere westliche Staaten denken derzeit über neue Sanktionen gegen den iranischen Öl- und Finanzsektor nach.
Die US-Marine unterstützte die Warnung gegen Teheran mit dem Hinweis, sie unterhalte "eine robuste Präsenz in der Region, um destabilisierende Aktivitäten zu verhindern und ihnen entgegenzuwirken". Damit ist die fünfte Flotte der US-Marine gemeint, die in Bahrein stationiert ist.
Noch geht es zwischen den USA und dem Iran um verbales Säbelrasseln. Aber die deutlichen Worte der US-Seite zeigen, dass Washington die Drohung aus Teheran ernst nimmt. Das macht auch eine Äußerung von US-Generalstabschef Martin Dempsey gegenüber CNN klar. "Jede Fehleinschätzung könnte dazu führen, dass wir in einen Konflikt gezogen werden", sagte er dem Fernsehsender. "Das wäre eine Tragödie für die Region und für die Welt."
Am Wochenende begannen iranische Streitkräfte im Persischen Golf ein groß angelegtes Manöver - genau beobachtet vom US-Militär. Denn durch die rund 50 Kilometer breite Wasserstraße von Hormus wird der Großteil der Ölexporte aus Nahost transportiert. Alleine die Ankündigung, diese Meerenge zu blockieren, kann die Märkte weltweit verunsichern und den Ölpreis nach oben treiben. Das wollen die USA mit Blick auf ihre immer noch schwächelnde Wirtschaft unbedingt verhindern.
"Wenn die Straße geschlossen ist, wäre das ein Desaster für die Weltwirtschaft", sagt Matthew Kroenig vom Council for Foreign Relations, einer renommierten Denkfabrik für außenpolitische Fragen in Washington. "Ich glaube nicht, dass das ein US-Präsident durchgehen lassen könnte."
Kroenig war früher im Pentagon - als Sonderberater für den Iran. Er macht sich Sorgen, dass die Situation eskalieren könnte, sollte Teheran tatsächlich die Wasserstraße schließen. "Die USA würden sich gezwungen sehen, den Seeweg wieder zu öffnen", erläutert er. "Das können wir schaffen. Unser Militär ist stärker als das des Iran. Aber das würde bedeuten, dass wir die iranische Marine und iranische Raketenbasen angreifen müssten. Das wäre Krieg."
Zumindest zurzeit sieht es aber noch nicht danach aus. Das Pentagon meldet, ein US-Flugzeugträger habe gestern die Straße von Hormus ungehindert passiert. Das US-Außenministerium kann sich durchaus vorstellen, dass das Regime in Teheran mit seiner Drohung blufft, damit der Westen die Sanktionen gegen den iranischen Ölsektor nicht verschärft. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Iran damit droht, die etwa 50 Kilometer breite Meeresenge zu schließen. Bislang hat die Regierung in Teheran dies aber noch nie in die Tat umgesetzt.
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