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Die Regierung von Myanmar und die wichtigste Rebellengruppe der ethnischen Minderheit der Karen haben einen Waffenstillstand unterschrieben. "Das Abkommen gilt ab sofort", sagte Eisenbahnminister Aung Min, der die Verhandlungen von Regierungsseite leitete.
Es ist das erste Mal seit Beginn ihres Kampfes für Unabhängigkeit oder mehr Autonomie im Jahr 1949, dass sich Vertreter der Karen auf eine Vereinbarung mit der Zentralregierung eingelassen haben. Die "Karen National Union" (KNU) sprach von einem positiven ersten Schritt. "Wir wollen, dass der Friedensprozess weitergeht", sagte KNU-Vertreter David Taw. Nach KNU-Angaben erhielten die Rebellen von der Regierung die Zusage, dass alle Kämpfe gegen ethnische Minderheiten eingestellt werden.
Die Verhandlungen sind Teil der Bemühungen Myanmars, die internationale Isolation des früheren Birma zu beenden. Westliche Staaten erklärten ein Ende der Auseinandersetzungen mit den Karen-Rebellen zur Bedingung für eine Verbesserung der Beziehungen. Die christlich geprägten Karen leben hauptsächlich im Süden und Osten Myanmars und stellen etwa 3,5 Millionen Einwohner des Staates.
Seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1948 ist die Beziehung der ethnischen Minderheiten zur Zentralregierung von Konflikten geprägt. Mehrere bewaffnete Gruppen kämpfen seit Jahrzehnten für mehr Rechte. Rund ein Drittel der 50 Millionen Einwohner des Landes gehört ethnischen Minderheiten an.
Derweil berichten staatliche Medien über eine Amnestie für 651 Gefangene. Die Häftlinge würden von Freitag an nach einem Gnadenerlass des Präsidenten freigelassen, um an Gesprächen zur politischen Zukunft Myanmars teilnehmen zu können, meldete der staatliche Rundfunk. Es wurde jedoch nicht mitgeteilt, ob und wie viele politische Gefangene von der Amnestie betroffen sind. Zuletzt wurden 13.000 Häftlinge begnadigt, unter ihnen aber nur wenige der etwa 2000 politischen Gefangenen.
Im November 2010 hatte die Militärregierung erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder Parlamentswahlen in dem international isolierten Land abgehalten. Zwar wurden die Wahlen von der Opposition boykottiert und weithin als unfrei kritisiert, doch die neue zivile Regierung unter Präsident Thein Sein, einem ehemaligen General, leitete mit einer Reihe von Reformen eine Öffnung des Landes ein. Teil der Reformbemühungen sind die Aufnahme von Friedensgesprächen mit den diversen ethnischen Rebellengruppen, die bereits zu ersten Erfolgen führten.
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