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16.05.2012

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Inland
Polizei fasst mutmaßlichen NSU-Unterstützer
Mutmaßlicher NSU-Unterstützer in U-Haft
31-Jähriger soll Beihilfe zu sechs Morden geleistet haben

Mutmaßlicher NSU-Unterstützer sitzt in U-Haft

Der mutmaßliche Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle, Carsten S., sitzt in Untersuchungshaft. Dies ordnete der Ermittlungsrichter beim BGH an, wie der Sprecher der Bundesanwaltschaft der Nachrichtenagentur dapd sagte. Carsten S. soll umfassend ausgesagt haben. Er war am Morgen in Düsseldorf festgenommen worden. Der 31-Jährige soll der Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) unter anderem eine Waffe und Munition besorgt haben. Ihm wird Beihilfe zu sechs Morden angelastet.

Von ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt

Carsten S. steht schon länger im Blick der Ermittlungen. Er galt als Kontaktperson des Neonazi-Trios und soll seit Ende der 1990er bis Mitte der 2000er Jahre Kontakt zu den untergetauchten Terroristen gehalten haben. Sein Anwalt bestreitet das. In der vergangenen Woche erklärte er in einer schriftlichen Stellungnahme, sein Mandant sei bereits im Jahr 2000 aus der rechten Szene ausgestiegen und habe danach auch keinen Kontakt mehr in die Szene gehabt.

Audio: Weiterer NSU-Unterstützer festgenommen

AudioHolger Schmidt, SWR 01.02.2012 15:10 | 2'11
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Bundesanwaltschaft wirft S. Beihilfe zum Mord in sechs Fällen vor

Die Bundesanwaltschaft sieht das ganz anders. Carsten S. soll demnach in Jena im Jahr 2001 oder 2002 eine Schusswaffe und Munition gekauft und über den bereits inhaftierten Ralf Wohlleben und einen weiteren Kurier an die drei Terroristen übergeben haben. Deshalb wirft ihm die Bundesanwaltschaft auch Beihilfe zu sechs Morden vor, denn er soll in Kauf genommen haben, dass die Waffe für rechtsextremistische Morde verwendet werden könnte. Allerdings sind die Ermittler noch nicht sicher, ob die Waffe auch tatsächlich zum Einsatz kam.

Carsten S. wurde am Morgen durch Beamte der Spezialeinheit GSG9 in Düsseldorf festgenommen. Der gelernte Lackierer arbeitete dort in einer Aids-Beratungsstelle. Der 31-Jährige wurde in Karlsruhe dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt, der am späten Abend Untersuchungshaft anordnete. Das teilte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Marcus Köhler, der Nachrichtenagentur dapd mit. Carsten S. soll umfassend ausgesagt haben.

Verfassungsschutzbehörden sollen schon lange Bescheid gewusst haben

Interessant an der Festnahme von Carsten S. ist, dass Verfassungsschutzbehörden offenbar schon lange über seine Kontakte in die Szene Bescheid wussten. So war dem Landesamt für Verfassungsschutz Thüringen bekannt, dass S. als Kontaktperson der Gruppe galt. Auch soll er im Jahr 2000 den untergetauchten Terroristen bei einem Versuch geholfen haben, mit einem extra dafür beschafften Handy Kontakt zu deren Eltern aufzunehmen.

Den Eltern sollte das Handy für einen Anruf bei ihren Söhnen übergeben werden. Diese Information teilte das Thüringische Landesamt aber erst elf Jahre später dem Bundesamt für Verfassungsschutz mit - als die Gruppe schon aufgeflogen war. Mit Carsten S. ist nun die Zahl der mutmaßlichen Unterstützer des Terrornetzwerks auf zwölf gestiegen. Neben Carsten S. befinden sich vier Unterstützer und die mutmaßliche Gründerin der Gruppe, Beate Zschäpe, in Untersuchungshaft.

Hintergrund:

Neonazis Uwe B. und Ralf W. (Foto: dapd)
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Stand: 01.02.2012 22:07 Uhr
 

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