
Bundestagswahl: SPD in Hamburg vorn - hohe Wahlbeteiligung
Knapp 1,3 Millionen Hamburgerinnen und Hamburger waren am Sonntag zur Bundestagswahl aufgerufen. Anders als im Bund bekam die SPD in der Hansestadt die meisten Stimmen.
Laut vorläufigem Ergebnis erhielt die SPD in Hamburg 22,7 Prozent der Stimmen. Die CDU landete bei 20,7 Prozent und überholte damit die Grünen, die 19,3 Prozent erreichten - und deren Verluste höher ausfielen als im Bund. Die Linke (14,4 Prozent) und die AfD (10,9 Prozent) legten deutlich zu. Die FDP (4,5 Prozent) und das BSW (4,0 Prozent) schafften es auch in Hamburg nicht über die Fünf-Prozent-Marke.
"Zeit der großen Volksparteien vorbei"
Meike Johannsen, Vorstand des Statistikamts Nord, sagte am Montag zum Ergebnis der Bundestagswahl in Hamburg, es sei zu erkennen, "dass die Zeit der großen Volksparteien, die zum Teil über 50 Prozent hatten, vorbei ist".
Dieses Element liegt auf Servern von Datawrapper.de. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.
SPD in drei Wahlkreisen vorn - CDU holt Hamburg-Nord
Drei von sechs Hamburger Wahlkreisen gingen nach Erststimmen an die SPD - einer weniger als vor vier Jahren. In Hamburg-Nord holte der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß mehr Stimmen als die bisherige Direktkandidatin Dorothee Martin. In Hamburg-Wandsbek gingen die meisten Stimmen erneut an Aydan Özoğuz (SPD), in Hamburg-Mitte an Falko Droßmann (SPD) und in Hamburg-Bergedorf-Harburg an Metin Hakverdi von der SPD. Bei den Grünen verteidigte neben Till Steffen in Hamburg-Eimsbüttel auch Linda Heitmann in Hamburg-Altona ihre Stimmenmehrheit.
Hamburg stellt im neuen Bundestag 13 Abgeordnete
Insgesamt ziehen 13 Politikerinnen und Politiker aus Hamburg in den neuen Bundestag ein. Das sind drei weniger als bisher. Neben den sechs Direktkandidatinnen und -kandidaten schafften es noch sieben weitere über die Landeslisten ihrer Parteien. SPD, CDU und Grüne haben nun je drei Abgeordnete aus Hamburg in Berlin, die AfD und die Linke jeweils zwei.
Höhere Wahlbeteiligung als 2021
Laut Statistikamt haben bei der Bundestagswahl 2025 in Hamburg 80,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der Wahl 2021 lag die Wahlbeteiligung laut dem amtlichen Endergebnis bei 77,8 Prozent. Den Anstieg um drei Prozentpunkte bei der Wahlbeteiligung bezeichnete Landeswahlleiter Oliver Rudolf am Montag als "sehr erfreulich". Unter 65 Prozent lag die Wahlbeteiligung den Angaben zufolge nur in Billbrook/Rothenburgsort. Am höchsten war sie in Groß Flottbek und Nienstedten mit mehr als 90 Prozent.
Wo liegen die Hochburgen der Parteien?
Die Linke hat ihr Ergebnis im Vergleich zur vergangenen Bundestagswahl mehr als verdoppelt. Und sie ist nun beispielsweise in den Stadtteilen Kleiner Grasbrook, Harburg, Wilhelmsburg, St. Pauli und in der Sternschanze stärkste Kraft bei den Zweitstimmen. Das sind Stadtteile, in denen bisher die Grünen und die SPD vorne lagen. Die Hochburgen der Grünen bleiben beispielsweise Eimsbüttel, Bahrenfeld, die Neustadt, die Hafencity, Hammerbrook und St. Georg. Die CDU konnte unter anderem in Harvestehude, Rotherbaum, Uhlenhorst, Blankenese, Nienstedten, Altengamme und Lemsahl-Mellingstedt die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen. Und die SPD ist unter anderem stärkste Kraft in Steilshoop, Niendorf, Rahlstedt, Bergedorf, Heimfeld und Billstedt. Hamburg hat auch zwei AfD-Hochburgen - und zwar Neuallermöhe und Hausbruch.
Dieses Element liegt auf Servern von Datawrapper.de. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.
Insgesamt hatten in Hamburg 1.269 Wahllokale geöffnet. Rund 16.000 ehrenamtliche Wahlhelferinnen und -helfer waren im Einsatz. In der Hansestadt standen 13 Parteien mit ihren Landeslisten auf den Wahlzetteln. In den sechs Wahlkreisen traten insgesamt 49 Kandidierende von neun Parteien an.
Neues Wahlrecht
Bei dieser Bundestagswahl galt erstmals das neue Wahlrecht. Nicht jeder Kandidierende, der einen Wahlkreis gewinnt, zieht demnach automatisch in den Bundestag ein. Entscheidend ist nach dem neuen Wahlrecht nicht die Erststimme, also die Wahlkreisstimme, sondern die Zweitstimme. Sie entscheidet darüber, wie viele Sitze eine Partei im Bundestag bekommt. Gewinnt eine Partei mehr Wahlkreise als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis an Sitzen zusteht, kommt nicht mehr jeder Wahlkreisgewinner oder jede Wahlkreisgewinnerin automatisch zum Zug.
Bürgerschaftswahl am 2. März
Eine Woche nach der Bundestagswahl findet in Hamburg bereits die nächste Wahl statt: Am 2. März wird eine neue Bürgerschaft gewählt.