Ein Schneepflug fährt bei der EM im Schneepflugfahren auf dem Flughafen in Mendig etwas schief über eine Rampe über einem kleinen Erdhügel.

Rheinland-Pfalz Ganz ohne Schnee: Schneepflug-EM auf dem Flugplatz in Mendig

Stand: 26.09.2024 18:22 Uhr

Bei der zweiten Europameisterschaft im Schneepflugfahren messen sich 26 Teams aus neun Ländern. Auch zwei Teams aus Rheinland-Pfalz kämpfen um den Titel.

In Mendig rollen seit dem frühen Donnerstagmorgen Schneepflüge über den Flugplatz. Und das nicht, weil dort Schneemassen den Flugverkehr verhindern, sondern weil sich die besten Schneepflugfahrer Europas miteinander messen. Ausrichter ist die Niederlassung West der Autobahn GmbH des Bundes in Montabaur.

Schneepflug-EM: Teilnehmer aus dem Westerwald und dem Hunsrück

An der Europameisterschaft, die nach 2022 erst zum zweiten Mal stattfindet, nehmen 26 Teams aus neun Ländern teil. Aus Deutschland sind gleich drei Teams vertreten. Dazu gehören auch Mitarbeiter der Autobahnmeisterei Emmelshausen und der Straßenmeisterei Rennerod.

Das deutsche Team bei den Schneepflug Europameisterschaften in Mendig.

Das deutsche Team bei den Schneepflug Europameisterschaften in Mendig.

Die Teams müssen sich in einem 450 Meter langen Geschicklichkeitsparcours beweisen und dabei Aufgaben lösen, die laut Veranstalter den "realen Situationen im Arbeitsalltag eines Straßenwärters nachempfunden sind". Statt Schnee müssen sie zum Beispiel ein Fass in eine bestimmte Position schieben oder beim Slalomfahren zeigen, dass ihnen auch zugeparkte Gassen keine Angst machen.

14 Disziplinen und Zeitwertung beim Schneepflugfahren

Insgesamt gibt es 14 Disziplinen, die auf Zeit absolviert werden. Dabei können die Schneepflugfahrer bis zu 2170 Punkte holen. Punkte gibt es für Schnelligkeit und die korrekte Ausführung der Aufgaben, Punktabzug hingegen droht den Fahrern zum Beispiel, wenn sie beim Slalom Pylonen berühren und Bälle herunterfallen, die darauf platziert wurden.

Der Parcours ist gut aufgebaut, macht Spaß, ist herausfordernd." Kevin Reusch, Straßenmeister aus Rennerod

Schneepflug-Fahrer Kevin Reusch aus der Straßenmeisterei Rennerod landete nach dem Halbfinale am Vormittag auf dem zweiten Platz und zeigte sich euphorisch: "Ich find' das hier affengeil. Richtig klasse!" Er lobte die Hindernisse: "Der Parcours ist gut aufgebaut, macht Spaß, ist herausfordernd."

Zuschauer bei EM willkommen

Auch die anderen beiden deutschen Teams haben sich für das Finale am Nachmittag qualifiziert und gehören zu den zwölf Teams, die den Parcours ein zweites Mal durchfahren. Für den Sieg zählt nur die zweite Fahrt. Am Ende reicht es nicht für einen Platz auf dem Siegertreppchen: Matthias Rudolf von der Straßenmeisterei Emmelshausen belegte immerhin den 9. Platz. Bronze und Silber gehen an zwei slowenische Straßenwärter. Über die Goldmedaille freut sich John Meierhofer aus Österreich.

Auch wenn sich das Ganze nach einer großen Gaudi anhört, hat die EM einen ernsten Hintergrund. Laut der Veranstalter würdigt die Meisterschaft "die wertvolle Arbeit des Betriebsdienstes für die Gesellschaft". Der Winterdienst könne aber nur gut funktionieren, wenn "Mensch und Maschine perfekt aufeinander abgestimmt sind". Daher ist die Meisterschaft vor allem auch eines: gutes Training.

Sendung am Do., 26.9.2024 6:00 Uhr, SWR4 RP am Morgen, SWR4 Rheinland-Pfalz

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