Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, bei einer Pressekonferenz Mitte Dezember 2022.

Rückzug der USA WHO muss Budget drastisch kürzen

Stand: 29.03.2025 19:55 Uhr

Der von Präsident Trump angekündigte Austritt der USA trifft auch die Weltgesundheitsorganisation hart. Die WHO muss mit Hunderten Millionen Euro weniger auskommen - und plant deshalb Kürzungen beim Personal und Gesundheitsinitiativen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) muss wegen des Rückzugs der USA drastische Einsparungen vornehmen. Für das laufende Jahr drohe eine Finanzierungslücke von fast 600 Millionen Dollar (gut 554 Millionen Euro), schreibt WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus übereinstimmenden Berichten zufolge in einer internen E-Mail.

Die WHO habe "keine andere Wahl, als den Umfang unserer Arbeit und unseres Personals zu reduzieren". Die Organisation will demnach als Sparmaßnahmen etwa Führungsstellen in ihrer Zentrale in Genf streichen. Jedoch seien alle Ebenen und Regionen betroffen.

Im Februar hatte der Exekutivrat der WHO laut dem Schreiben das Budget für 2026 und 2027 von 5,3 Milliarden Dollar auf 4,9 Milliarden Dollar gekürzt. Seitdem hätten sich die Aussichten weiter verschlechtert, so Tedros. "Wir haben den Mitgliedstaaten daher ein weiter reduziertes Budget von 4,2 Milliarden Dollar vorgeschlagen - eine Kürzung um 21 Prozent gegenüber dem ursprünglich vorgeschlagenen Budget."

USA waren größter Geldgeber

Kurz nach seinem Amtsantritt im Januar hatte US-Präsident Donald Trump den Austritt seines Landes aus der WHO verkündet. Trump wirft der Organisation Fehler bei der Bewältigung der Corona-Pandemie und anderer Krisen vor. Außerdem beklagt er eine angeblich zu große Nähe der UN-Organisation zu China.

Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 die US-Zahlungen an die Organisation eingefroren und den Austritt des Landes erklärt, sein Nachfolger Joe Biden hatte diese Entscheidung aber rückgängig gemacht.

Die WHO ist bei der Finanzierung ihrer globalen Gesundheitsinitiativen stark auf die Beiträge der Mitgliedstaaten angewiesen. Die USA waren bisher der größte Geldgeber und stellten rund 18 Prozent der Gesamtfinanzierung. Zwischen 2022 und 2023 steuerte das Land 1,28 Milliarden US-Dollar (1,18 Milliarden Euro) zum Budget bei. Als nächstgrößter Geber folgt Deutschland mit 856 Millionen Dollar (791 Millionen Euro) und die Bill und Melinda Gates-Stiftung mit 830 Millionen Dollar (767 Millionen Euro).

Auflösung der US-Entwicklungshilfebehörde

Die WHO hatte Generaldirektor Tedros zufolge bereits mit finanziellen Engpässen zu kämpfen, bevor Trump den einjährigen Prozess des Rückzugs der USA einleitete. Die von den USA verkündeten Kürzungen und die Entscheidung mehrerer Länder, bei der Entwicklungshilfe zugunsten höherer Verteidigungsausgaben zu sparen, habe die Lage für die WHO nun weiter verschlechtert.

Zudem hat Trump einen Großteil der US-Auslandshilfe eingefroren, darunter auch Mittel für den internationalen Gesundheitsschutz. Inzwischen kündigte US-Außenminister die vollständige Auflösung der US-Entwicklungsbehörde USAID an. Die WHO und andere UN-Organisationen warnen vor dramatischen Folgen für die Bekämpfung von Krankheiten - etwa im Gazastreifen oder im Kampf gegen Aids.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. März 2025 um 18:00 Uhr in den Nachrichten.