Rettungskräfte sind in der Nähe eines eingestürzten Hauses in Bangkok zu sehen.
Player: videoFlorian Bahrdt, ARD Singapur, zu schwerem Erdbeben in Südostasien

Unglück in Südostasien Schweres Erdbeben erschüttert Thailand und Myanmar

Stand: 28.03.2025 10:38 Uhr

Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat mehrere Länder in Südostasien erschüttert. In Bangkok stürzte ein im Bau befindliches Hochhaus zusammen, Dutzende Arbeiter befinden sich unter den Trümmern. In Myanmar soll es mindestens zehn Tote geben.

In Thailand und Myanmar hat es am Morgen ein schweres Erdbeben gegeben. Laut dem deutschen Helmholtz-Zentrum für Geoforschung hatte es eine Stärke von 7,7 und erschütterte unter anderem die thailändische Hauptstadt Bangkok. Auch die US-Erdbebenwarte (USGS) sprach von einer Stärke von 7,7. Das Epizentrum des Bebens lag demnach 16 Kilometer nordwestlich der myanmarischen Stadt Sagaing in einer Tiefe von zehn Kilometern. Ein zweites Beben zwölf Minuten später soll die Stärke 6,4 gehabt haben.

Player: videoMarco Pilz, GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, über das Erdbeben in Südostasien

Marco Pilz, GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung, über das Erdbeben in Südostasien

tagesschau24, 28.03.2025 11:00 Uhr

Hochhaus bricht zusammen

Stark erschüttert wurde unter anderem auch die thailändische Hauptstadt Bangkok. Thailands Regierungschefin Paetongtarn Shinawatra brach eine Reise ab, um eine Dringlichkeitssitzung abzuhalten, wie sie bei X bekannt gab.

Nach Angaben der örtlichen Polizei brach unter anderem ein im Bau befindliches Hochhaus in sich zusammen, Rettungskräfte sprechen von 43 eingeschlossenen Bauarbeitern. In sozialen Medien kursierte ein Video, das zeigte, wie das mehrstöckige Gebäude samt Kran in sich zusammenfiel und dabei eine Staubwolke aufgewirbelt wurde. Menschen schrien auf und rannten in Panik davon.

Im Großraum Bangkok leben mehr als 17 Millionen Menschen, viele von ihnen wohnen in Hochhäusern. In der Metropole wurden Geschäfte evakuiert, zahlreiche Menschen flohen in Panik aus ihren Häusern. Sie verharrten noch Minuten nach dem Beben auf den Straßen.

Karte: Epizentrum des Erdbebens in Myanmar am 28.3.2025

Das Epizentrum des starken Bebens lag in Myanmar.

Tote in Myanmar, Militärjunta ruft Notstand aus

Auch in Myanmar, wo ein Bürgerkrieg tobt, ist das Ausmaß der Zerstörung noch unklar. Allerdings gibt es nun erste Medienberichte über Todesopfer. Mindestens zehn Menschen starben in einer Moschee, die durch das Erdbeben einstürzte, berichtete die Nachrichtenagentur Khit Thit Media unter Berufung auf Rettungskräfte. Die Moschee stand den Angaben zufolge in Mandalay, der zweitgrößten Stadt des Landes. Der Einsturz passierte demnach während eines Gottesdienstes. In der Stadt sollen weitere Gebäude eingestürzt sein, in Sagaing brach eine alte Brücke ein.

Die im Land herrschende Militärjunta rief für sechs Regionen den Notstand aus. In einem außergewöhnlichen Schritt bat die Militärjunta wegen der Katastrophe zudem um internationale Hilfe. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, machte sich Junta-Chef Min Aung Hlaing an einem der wichtigsten Krankenhäuser der Stadt, in dessen Umgebung zahlreiche Verletzte auf der Straße behandelt wurden, ein Bild von der Lage. Das 1000-Betten-Krankenhaus behandele "zahlreiche Opfer", sagte ein Vertreter der Klinik.

Ein erstes Hilfsangebot kam bereits aus Indien. Sein Land sei besorgt über die Situation in den beiden betroffenen Ländern, schrieb der indische Ministerpräsident Narendra Modi auf der Plattform X.

Erschütterungen auch in weiteren Ländern zu spüren

Erdbeben sind in Myanmar relativ häufig. Laut USGS ereigneten sich zwischen 1930 und 1956 sechs starke Beben mit einer Stärke von mindestens 7,0 in der Nähe der sogenannten Sagaing-Verwerfung, die sich vom Norden in den Süden durch das Land zieht.

Die chinesische Erdbebenbehörde gab die Stärke des Bebens mit 7,9 an und erklärte, dass es in der südlichen Provinz Yunnan Erschütterungen gegeben habe. Betroffen waren Medien zufolge unter anderem die Großstadt Kunming oder die bei Touristen beliebten Orte Lijiang und Dali. Der Katastrophenschutz in der Stadt Ruili sprach von Schäden an Häusern und Verletzen, wie chinesische Medien unter Berufung auf die Behörde berichteten.

Das Erdbeben war Medienberichten zufolge auch in Teilen Bangladeschs und Indiens zu spüren.

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Thorsten Iffland, ARD, Tokio, tagesschau, 28.03.2025 10:13 Uhr