Drei Straßenbahnen haben je ein Schild mit der Aufschrift "Streik" an der Frontscheibe.

Mecklenburg-Vorpommern ÖPNV: Warnstreiks in MV gehen weiter

Stand: 18.03.2025 06:51 Uhr

Der Öffentliche Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern wird erneut bestreikt. Bis Mittwoch fahren Busse und Straßenbahnen nicht oder nur eingeschränkt.

Nachdem die Gewerkschaft ver.di das vorläufige Scheitern der Verhandlungen mit dem kommunalen Arbeitgeberverband MV erklärt hat, gibt es in dieser Woche erneut Warnstreiks in allen Landkreisen. Nur die Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald und die Anklamer Verkehrsgesellschaft gehen derzeit von keiner Streikbeteiligung aus.

Ver.di fordert neues Angebot bis Mittwoch

Während des Warnstreiks führt ver.di eine Urabstimmung über unbefristete Streiks durch. "Wir geben der Arbeitgeberseite nochmals die Möglichkeit, uns bis zum 19. März um 18 Uhr ein akzeptables Angebot vorzulegen. Nach diesem Zeitpunkt wird die Urabstimmung ausgewertet. Bei einem positiven Votum folgen unbefristete Streikmaßnahmen in Varianten", kündigte Sascha Bähring, Verhandlungsführer von ver.di Nord, an. Das Ergebnis der Urabstimmung werde am 20. März bekanntgegeben.

Einige Notfahrpläne organisiert

Im Landkreis Nordwestmecklenburg gibt es einen eingeschränkten Fahrplan - allerdings mit vielen tagesaktuellen Änderung aufgrund von Krankheit und Personalmangel. Demnach fahren an den Warnstreiktagen die Buslinien 130, 131, 140, 145, 230, 235, 240, 245, 325, 330, 335 und 340. Im Stadtverkehr Wismar fahren die Linien 12, 13, 14 (eingeschränkt), 15, 16 und 18. Beim Nahverkehr Schwerin entfallen für die Dauer des Streiks ganztags sämtliche Fahrten auf allen Straßenbahn- und Buslinien.

Auch die Rostocker Straßenbahn AG hat einen eingeschränkten Notfallplan mit Bussen organisiert, ebenso wie das Unternehmen Rebus Regionalbus Rostock. Demnach fahren die Linien 102, 113, 121, 201, 200, 202, 203, 230, 250, 252 und 270 regelmäßig. Wie das Unternehmen mitteilte, könne es auch beim Ersatzfahrplan zu Ausfällen kommen, da Beschäftigte nicht ankündigen müssen, ob sie sich am Warnstreik beteiligen. Die Rufbusregionen Tessin/Gnoien, Teterow, Krakow am See, Güstrow Land, Laage/Schwaan und Bützow Land fahren laut Rebus weiterhin.

Weitere Ausnahmen vom Warnstreik

Im Stadtverkehr Stralsund fährt die Linie 60 ab Devin von 8 Uhr bis 18 Uhr und ab Viermorgen von 8 Uhr bis 17.30 Uhr im Halbstundentakt. Die Linien 8 und 9 werden ab 10:05 Uhr durch Rufbusse bedient. Auf Rügen fahren die Linien nach Sonntagsfahrplan. Ausnahmen: Die Linie 32 sowie die Linie 59 (Inselbus Hiddensee) fahren regulär. Auf dem Verlauf der Regiobus Linie 320 fahren nur die Regiobusse 6:37 Uhr bis 16:37 Uhr ab Tribsees und von 7:33 Uhr bis 17:33 Uhr ab Sanitz ZOB im Zweistundentakt. Auf der Linie 320 können einzelne Fahrten auf den Teilstrecken Greifswald - Grimmen - Tribsees mit einem Notfahrplan bedient werden. Der Stadtverkehr Neubrandenburg ist von den Warnstreiks nicht betroffen, weil die Stadtwerke einen eigenen Tarifvertrag haben.

Forderung von ver.di und Gegenangebot

Für den öffentlichen Nahverkehr fordert ver.di eine Gehaltserhöhung von 430 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber kritisieren die Maßnahmen als unverhältnismäßig und betonen, dass bereits ein verbessertes Angebot vorgelegt worden sei. Demnach sollen die Beschäftigten rückwirkend zum 1. Januar 2025 2,5 Prozent mehr Gehalt bekommen. Zum 1. Dezember 2025 bis 2027 sollen die Gehälter jährlich um jeweils 2,5 Prozent steigen. Ein Fahrer in Mecklenburg-Vorpommern verdient laut des kommunalen Arbeitgeberverbandes einschließlich Zulagen durchschnittlich 3.600 Euro brutto pro Monat.

Wie die Arbeitgeberverbände mitteilten, gab es die letzte Tarifsteigerung zum 1. Juli 2024. Zum 1. September erfolgte die Stundenabsenkung von 40 auf 39 Wochenstunden, was ebenfalls einer Tarifsteigerung von 2,5 Prozent entspreche.

Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 17.03.2025 | 07:00 Uhr