
Sachsen Ausstellung in Dresden zeigt einzigartige Kunstschätze aus Korea
In der Ausstellung "100 Ideen von Glück" werden im Dresdner Residenzschloss Kunstwerke aus der jahrhundertealten Geschichte Koreas gezeigt. Darunter befinden sich auch wertvolle Objekte aus dem koreanischen Nationalschatz. Die Stücke belegen, wie oft Kunst und Philosophie in Korea eine Einheit gefunden haben, ob in der Farbwahl oder bei der Schriftgestaltung.
- Die Ausstellung "100 Ideen von Glück" ist die koreanische Antwort auf eine Schau der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Korea.
- Das Thema der Schau ist der Wunsch und das Streben nach Glück.
- Ausgestellt werden auch Teile des koreanischen Nationalschatzes, darunter wertvolle Goldschmiedearbeiten.
Für die Ausstellung "100 Ideen von Glück. Kunstschätze aus Korea" in Dresden hat das Koreanische Nationalmuseum einige seiner wertvollsten Objekte ausgewählt. In den Paraderäumen von August dem Starken kann man so durch die facettenreiche und noch wenig bekannte Kulturgeschichte Koreas reisen.

Dieser Dachziegel mit einem Ungeheuer stammt aus der Silla-Periode im 8./9. Jahrhundert.
Die Schau ist ein Gegenbesuch, denn 2017/18 war in Südkorea die Ausstellung "The Dream of a King" zu sehen. Darin zeigten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) ausgewählte Kunstschätze aus dem Grünen Gewölbe, der Rüstkammer und der Porzellansammlung. Sie präsentierten so im asiatischen Land die barocke Pracht aus der Zeit von August dem Starken. Durch die Corona-Pandemie ungewollt lange hinausgezögert, ist der Gegenbesuch erst jetzt in Dresden zu sehen.
Traditionelle Kleidung, noch immer modern
Prunkvoll, so lässt sich der Auftakt der Ausstellung beschreiben – und dennoch anders als erwartet. Denn präsentiert wird zu Beginn eine Auswahl farbintensiver Hanboks, einer traditionellen koreanischen Tracht, bestehend aus einer kurze boleroartigen Jacke und einem mehrlagigen Rock oder Kleid darunter.

Hanbok, die traditionelle koreanische Tracht ist bis heute populär.
Umso erstaunlicher ist es, dass es sich dabei um zeitgenössische Interpretationen handelt, wie sie noch immer bei Hochzeiten oder an anderen Festtagen in Korea getragen werden. Es ist Haute Couture der Designerin Lee Young-hee, reich verziert, aus Seide und leinenähnlichem Ramie.
Koreanisches Streben nach Glück
Die koreanische Kunsthistorikerin Sojin Baik und Claudia Brink von den SKD haben diese Ausstellung gemeinsam kuratiert. Mit Blick auf die Symbolhaftigkeit der Farben und auch die sich immer wiederholenden Motive wie Kranich, Lotusblüte und Phönix hat sich letztlich das Thema herauskristallisiert: der Wunsch und das Streben nach Glück. So erhielt die Schau ihren Namen "100 Ideen von Glück".

In der Ausstellung werden auch moderne Medienformen zur Vermittlung eingesetzt.
Die Ausstellung gibt inmitten der barocken Pracht einen Einblick in die facettenreiche Kulturgeschichte Koreas, stellenweise im Dialog mit fürstlichen Gewändern oder auch Waffen des Dresdner Hofes.
Reise durch die Kulturgeschichte Koreas
In der Schau führen archäologischen Funde aus königlichen Grabanlagen zurück bis ins 5. Jahrhundert. Keramik- und Porzellanarbeiten stammen wiederum aus verschiedenen Epochen beziehungsweise Dynastien, beispielsweise filigran dekorierte Vasen aus blaugrünlich schimmerndem Seladon-Porzellan aus dem 12. Jahrhundert oder schlichte Keramik aus dem 19. Jahrhundert. Die Ausstellungsstücke verdeutlichen den zeitlichen Bogen, der mit den 180 Objekten gespannt wird, die in Dresden zu sehen sind.

Ein sitzender Buddha aus der Goryeo-Dynastie im 14. Jahrhundert verweist auf die buddhistische Tradition des Landes.
Auch werden Grabbeigaben ausgestellt, die zeigen, wie man sich einst die Wünsche für das Jenseits vorgestellt hat, erläutert Kuratorin Brink. So gebe es ein Gefäß in Bootsform, da man dachte, dass die Seele sicher ins Jenseits geleitet würde sowie Lämpchen, die den Weg beleuchten sollten.
Teile aus Koreas Nationalschatz
Zu sehen sind auch religiöse Skulpturen, vor allem aus der Zeit, als der Buddhismus in Korea Staatsreligion war, Meisterwerke der Kalligraphie und nicht zuletzt Zeichen der Macht, mit denen die koreanischen Herrscher ausgestattet waren.
Höhepunkt bilden dabei vier mehr als 1.500 Jahre alte Goldschmiedearbeiten aus der Silla-Dynastie: Krone, Goldhaube, ein Gürtel und ein Haubenschmuck, alle reich und symbolträchtig verziert. Es sind Teile aus Koreas Nationalschatz, die separat im Sponselsaal des Neuen Grünen Gewölbes präsentiert werden.

Eine Zeremonienkrone mit Blumenschmuck für Frauen.
Derartige Goldschmiedearbeiten seien noch nie hier zu sehen gewesen, sagt der Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, Marius Winzeler. Korea sei bis ins 19. Jahrhundert ganz abgeschlossen gewesen, keramische Kunstwerke seien ausschließlich für den königlichen Hof und für die höchste Beamtenschicht vorgesehen gewesen. Insofern blieb Korea ein großes Geheimnis, erklärt Winzeler. Das mache den besonderen Reiz dieser Ausstellung aus.
Ein Schirm mit Schriftzeichen des Gücks
Das titelgebende Stück der Ausstellung wiederum stammt aus dem sächsischen Grassi Museum für Völkerkunde in Leipzig. Es ist ein bestickter achteiliger Stellschirm – Titel: "100 Schriftzeichen von Glück und langem Leben". Wobei es weitaus mehr als 100 verschiedenfarbige Schriftzeichen sind, aber in Korea gilt die 100 als Glückzahl.

Dieser achtteilige Stellschirm ist bestickt mit den Schriftzeichen für Langlebigkeit (su) und Glück (bok).
Ein zweiter Stellschirm, ebenfalls aus dem Grassi Museum, wurde von Experten in Korea restauriert. Das verdeutlicht, dass die Zusammenarbeit der Museen weit über die Ausstellung hinausgeht und auch künftig fortgesetzt werden soll.
Die Ausstellung
"100 Ideen vom Glück. Kunstschätze aus Korea"
15. März bis 10. August 2025
Dresdner Residenzschloss
Paraderäume und Sponsel-Raum des Neuen Grünen Gewölbes
Taschenberg 2, 01067 Dresden
Öffnungszeiten:
Täglich außer Dienstag 10 bis 17 Uhr
Quelle: MDR KULTUR (Grit Krause), Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Redaktionelle Bearbeitung: op, vp