Hinweisschild auf eine Tankstelle.

ADAC-Stichprobe Sprit abseits der Autobahn fast 40 Cent billiger

Stand: 27.06.2024 08:57 Uhr

Dass man an Autobahntankstellen mehr für eine Tankfüllung bezahlt, ist bekannt. Aber eine ADAC-Stichprobe zeigt, dass der Unterschied teilweise drastisch ausfällt. Eine Ausfahrt nehmen lohnt sich.

Wer in der anstehenden Sommerreisesaison an der Autobahn tankt, zahlt einer ADAC-Stichprobe zufolge häufig drauf. Beim Preisvergleich von Autobahntankstellen mit ihren Tankstellen hinter der jeweils nächsten Ausfahrt stellte der Verkehrsclub bei Benzin der Sorte Super E10 einen Preisunterschied von im Schnitt 39 Cent fest. Bei Diesel habe der Preisunterschied demnach bei 38 Cent gelegen. Im Schnitt liegt die Preisdifferenz bei mehr als 20 Prozent.

In der Spitze der Stichprobe mit 40 Tankstellenpaaren entlang der großen Autobahnen errechnete der ADAC Preisunterschiede von 54 Cent bei Benzin und 50 Cent bei Diesel. Damit fiel der Unterschied niedriger aus als vor einem Jahr. Damals hatte die höchste Differenz 70 Cent betragen. Die durchschnittlichen Unterschiede lagen mit damals 42 Cent bei Benzin und 36 bei Diesel dagegen in sehr ähnlichen Dimensionen wie jetzt.

Verbraucher nehmen Umwege in Kauf

"Das Phänomen, dass Autobahntankstellen unverhältnismäßig hohe Spritpreise verlangen, gibt es seit langem", kritisiert der Leiter des Ressorts Verkehr beim ADAC, Stefan Gerwens. "Aus Sicht des ADAC sind derart hohe Aufschläge nicht zu rechtfertigen." Er rät Autofahrern, von der Autobahn abzufahren. Ein kurzer Umweg lohne sich praktisch immer, hieß es vom Verkehrsclub.

Das ist den Verbrauchern längst bekannt: Laut einer aktuellen ADAC-Umfrage fahren 82 Prozent der Befragten keine Autobahn-Tankstelle an, sondern verlassen zum Tanken die Autobahn - selbst wenn der Umweg einige Kilometer beträgt. 

Abends tanken als Strategie

Zuletzt haben die Spritpreise nach einer wochenlangen Talfahrt wieder etwas zugelegt. Dass dies in etwa zeitgleich mit dem Beginn der Sommerreisezeit in den ersten Bundesländern passiert, ist allerdings wohl eher Zufall. Darauf deutet auch hin, dass nicht nur Benzin, sondern auch Diesel zugelegt hat, der in sehr viel höherem Maß von gewerblichen Kunden nachgefragt wird als das meist von Privatpersonen getankte Benzin.

Neben dem Abfahren von der Autobahn rät der ADAC zudem, abends zu tanken. Dann sind beide Kraftstoffe in der Regel einige Cent billiger als am Morgen. Und wer ins Ausland fährt, sollte die Spritpreise am Ziel betrachten, wie aus Daten der EU-Kommission hervorgeht. So sind Kraftstoffe vor allem in Ländern im Osten und Südosten Deutschlands in der Regel deutlich billiger als hierzulande.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Juni 2024 um 05:00 Uhr.