
10 Jahre nach Germanwings-Absturz Ein Schmerz, den auch die Zeit nicht lindern kann
Zehn Jahre nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine in den französischen Alpen sind Angehörige der Opfer in der Nähe des Unglücksorts zusammengekommen. 150 Menschen starben damals. Die Trauer ist noch immer groß.
Die vielen bunten Blumengestecke finden kaum Platz vor der Gedenktafel auf dem kleinen Friedhof in Le Vernet. Vertreter der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Nordrhein-Westfalen sowie von Spanien und Frankreich sind gekommen, um Kränze niederzulegen und der Toten zu gedenken. Auf das Läuten der Kirchenglocken folgt eine Schweigeminute.
"Unglück begleitet Lufthansa weiter"
Danach ergreift Lufthansa-Chef Carsten Spohr das Wort. Er sagt, dass die Tragik des Absturzes die Lufthansa als Fluggesellschaft und Luftfahrtunternehmen weiterhin begleitet. Und er erneuert sein Versprechen, für die Angehörigen da zu sein.
Ausdrücklich bedankt sich Spohr bei den französischen Helfern: "Wir haben nach wie vor riesigen Respekt davor, wie nach dem schrecklichen Unglück hier von den Einsatzkräften unterstützt wurde, wie uns geholfen wurde, den Angehörigen geholfen wurde und was hier geleistet wurde."

Vorwürfe gegen Ärzte des Co-Piloten
Zu den Vorwürfen einiger Opferfamilien, die Ärzte, die im Auftrag des Luftfahrtbundesamtes arbeiteten, hätten Co-Pilot Andreas Lubitz nicht sorgfältig genug untersucht, sagte Spohr nichts. Gegen die Bundesrepublik läuft derzeit ein Verfahren. Alle strafrechtlichen Ermittlungen gegen die Lufthansa oder einzelne Ärzten wurden hingegen eingestellt.
"Schmerz auf ganzer Welt"
Der heutige Tag aber steht ganz im Zeichen der Angehörigen und ihrer Trauer. Der Präfekt des Departements, Marc Chappuis, sagt am Friedhof: "Dieses Unglück hat eine Emotion, einen Schmerz auf der ganzen Welt erzeugt."
Denn dieser Absturz habe in der ganzen Welt Entsetzen ausgelöst. Zehn Jahre danach sei der Schmerz immer noch lebendig - die Zeit konnte ihn nicht lindern, so Chappuis. 400 Angehörige sind heute nach Le Vernet gekommen.
Macron: Ganzes Land teilt Trauer
Der Präfekt überbringt auch die Nachricht des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Das ganze Land teile die Trauer der Angehörigen. Am Vormittag findet eine zweite Trauerfeier unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Anschluss wollen einige Angehörige hinauf wandern - in die Nähe der Absturzstelle, um der Opfer zu gedenken.